Compensation for Cancellations Favoring Stranded Passengers Guiding Principle

Passengers are entitled to compensation if their flight is canceled to prioritize passengers from a previously canceled weather-affected flight.
Case Text:
AG Erding, Judgment of 14 July 2022 – 113 C 4971/21
In this case, an airline was ordered to pay €600 plus interest to a plaintiff representing a passenger whose flight from Munich to Phuket via Abu Dhabi was canceled. The airline prioritized passengers from a flight canceled the previous day due to weather disruptions. The court ruled that while the prior weather conditions might qualify as extraordinary circumstances, the airline’s decision to cancel the subsequent flight to accommodate affected passengers was a standard operational choice, not an extraordinary event.

Entschädigung bei bevorzugter Beförderung wetterbedingt gestrandeter Passagiere

Leitsatz: Fluggesellschaften können für die Annullierung eines Fluges haftbar gemacht werden, wenn Passagiere eines wetterbedingt gestrichenen Vorfluges bevorzugt befördert werden.

Urteil:
AG Erding, Urteil vom 14. Juli 2022 – 113 C 4971/21
In diesem Fall wurde die beklagte Fluggesellschaft dazu verurteilt, der Klägerin 600 Euro zuzüglich Zinsen zu zahlen und die Kosten des Rechtsstreits zu übernehmen. Der zugrunde liegende Sachverhalt betrifft einen Flug vom 11. Februar 2020 von München über Abu Dhabi nach Phuket, der annulliert wurde.
Die Klägerin, die die Ansprüche eines Fluggastes durch Abtretung erworben hatte, wurde erheblich verspätet befördert. Das Gericht entschied, dass außergewöhnliche Umstände nicht nachgewiesen wurden, da keine ausreichenden Maßnahmen zur Gewährleistung eines reibungslosen Betriebs getroffen worden waren.

Compensation Regardless of Timely Check-In Guiding Principle

Passengers are entitled to compensation for delays exceeding three hours, regardless of whether they checked in on time, provided they were transported.
Case Text:
AG Hamburg, Judgment of 29 July 2022 – 48 C 46/22
The court awarded €2,400 plus interest to a plaintiff representing four passengers on a delayed flight from Hamburg to Hurghada. The airline argued that passengers failed to check in on time and that package travel laws applied. The court dismissed these defenses, affirming that the EU Passenger Rights Regulation prevailed and timely check-in was unnecessary if the passengers were ultimately transported.

Entschädigungsanspruch unabhängig vom rechtzeitigen Einfinden zur Abfertigung

Leitsatz: Ein rechtzeitiges Einfinden zur Abfertigung ist für den Anspruch auf Ausgleichszahlung bei einer großen Verspätung nicht erforderlich, solange die Beförderung tatsächlich erfolgt ist.

Urteil:
AG Hamburg, Urteil vom 29. Juli 2022 – 48 C 46/22
In diesem Rechtsfall wurde die Fluggesellschaft zur Zahlung von 2.400 Euro nebst Zinsen an eine Klägerin verurteilt, die die Rechte von vier Passagieren eines verspäteten Fluges von Hamburg nach Hurghada vertrat. Die Passagiere hatten ihre Ansprüche an die Klägerin abgetreten.
Die Fluggesellschaft erhob Einwände bezüglich der Verjährung und behauptete, dass nationales Pauschalreiserecht anwendbar sei sowie dass die Passagiere sich nicht rechtzeitig eingefunden hätten. Das Gericht wies diese Einwände zurück und stellte fest, dass die Klägerin berechtigte Ansprüche auf Ausgleichszahlungen gemäß der Fluggastrechteverordnung hatte.

Rejection of Denying Delay Knowledge by Airlines Guiding Principle

Airlines cannot deny knowledge of delays that fall within their operational responsibility.
Case Text:
AG Frankfurt, Judgment of 8 September 2022 – 31 C 647/22 (83)
The court ruled that an airline must compensate passengers €1,200 plus interest for a delay on a flight from Frankfurt to Marsa Alam. The airline denied knowledge of the delay, contested the validity of claims, and cited statute limitations. The court dismissed these arguments, emphasizing that the airline’s operational scope made the delay and its cause fully within its knowledge. The claims were deemed valid and not time-barred.

Bestreiten der Verspätung mit Nichtwissen durch die Fluggesellschaft

Leitsatz: Fluggesellschaften können eine Flugverspätung nicht mit Nichtwissen bestreiten, wenn die relevanten Informationen in ihrem Wahrnehmungsbereich liegen.

Urteil:
AG Frankfurt, Urteil vom 8. September 2022 – 31 C 647/22 (83)
In diesem Rechtsstreit wurde die beklagte Fluggesellschaft dazu verurteilt, der Klägerin, die die Rechte der Passagiere eines verspäteten Fluges vertrat, 1.200 Euro plus Zinsen zu zahlen. Die Fluggäste hatten ursprünglich einen Flug von Frankfurt nach Marsa Alam gebucht, der über drei Stunden Verspätung hatte. Trotz Aufforderung zahlte die Fluggesellschaft nicht, woraufhin die Klägerin gerichtlich vorging.
Die Fluggesellschaft bestritt die wirksame Übertragung der Ansprüche auf die Klägerin und die Existenz der Buchungen sowie die behauptete Verspätung. Das Gericht erachtete jedoch die Abtretung der Ansprüche als wirksam und wies das Bestreiten der Fluggesellschaft als unzulässig zurück, da die genannten Umstände in deren Wahrnehmungskreis lagen. Das Gericht entschied, dass die Ansprüche nicht verjährt seien, da sie der regulären dreijährigen Verjährungsfrist unterliegen.

Compensation for Favoring Passengers from a Previously Canceled Flight Guiding Principle

Airlines are liable for compensation if a flight is canceled to prioritize passengers from a previously disrupted flight.
Case Text:
AG Erding, Judgment of 14 July 2022 – 113 C 4971/21
In this case, an airline was ordered to pay €600 plus interest to a plaintiff representing a passenger whose flight from Munich to Phuket via Abu Dhabi was canceled. The airline prioritized passengers from a flight canceled the previous day due to weather disruptions. The court ruled that while the prior weather conditions might qualify as extraordinary circumstances, the airline’s decision to cancel the subsequent flight to accommodate affected passengers was a standard operational choice, not an extraordinary event.

Entschädigung bei verspäteter Information über Flugannullierung

Leitsatz: Fluggäste haben Anspruch auf Entschädigung, wenn sie über eine Flugannullierung nicht rechtzeitig und direkt informiert werden, auch wenn die Mitteilung nur an den Reisevermittler erfolgt ist.

Urteil:
EuGH, Beschluss vom 27. September 2022 – C-307/21
Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass ein Luftfahrtunternehmen Ausgleichszahlungen an Fluggäste leisten muss, wenn ein Flug annulliert wird und der Passagier nicht mindestens zwei Wochen vorher informiert wurde. Dies gilt auch, wenn die Annullierungsmitteilung nur an einen Reisevermittler gesendet wurde, der die Buchung durchgeführt hat, anstatt direkt an den Fluggast.
Das Luftfahrtunternehmen trägt die Verantwortung, die Passagiere rechtzeitig zu informieren, und kann Regressansprüche gegen den Vermittler geltend machen, falls die Weiterleitung unterlassen wurde.

No Compensation for ATC Delays Guiding Principle

Airlines are not liable for delays caused by air traffic control issues, such as staffing shortages.
Case Text:
LG Frankfurt, Judgment of 16 February 2023 – 2-24 S 120/22
In this case, the Frankfurt Regional Court reversed an earlier ruling that had awarded compensation to passengers whose flight from Frankfurt to Dallas was significantly delayed. The delay was caused by staffing shortages at air traffic control in Langen, which led to a postponed takeoff clearance. The court ruled that such circumstances qualify as extraordinary under the EU Passenger Rights Regulation and are beyond the airline’s control. It also found that subsequent delays caused by a crew change in New York were a direct result of the ATC delay, absolving the airline of liability.

Entschädigung bei bevorzugter Beförderung anderer Passagiere

Leitsatz: Eine Fluggesellschaft haftet für die Annullierung eines Fluges, wenn Passagiere eines wetterbedingt ausgefallenen Vorfluges bevorzugt befördert werden.

Urteil:
AG Erding, Urteil vom 14. Juli 2022 – 113 C 4971/21
In diesem Fall wurde die beklagte Fluggesellschaft dazu verurteilt, der Klägerin 600 Euro zuzüglich Zinsen zu zahlen, und wurde außerdem verpflichtet, die Kosten des Rechtsstreits zu tragen. Der zugrunde liegende Sachverhalt betrifft einen Flug vom 11. Februar 2020 von München über Abu Dhabi nach Phuket, der annulliert wurde.
Die Klägerin, die die Ansprüche eines Fluggastes durch Abtretung erworben hatte, wurde aufgrund der Annullierung erheblich verspätet befördert. Das Gericht entschied, dass außergewöhnliche Umstände nicht nachgewiesen wurden, da der Flugplan nicht angemessen angepasst wurde, um den regulären Flugbetrieb zu gewährleisten.