Obligation to Check In Despite Knowledge of Delay

Guiding Principle: Compensation claims are valid only if passengers check in, regardless of prior knowledge of significant delays.
Case Text:
AG Cologne, Judgment of 21 July 2023 – 149 C 119/23
A recent ruling dismissed a compensation claim under the EU Passenger Rights Regulation. The main issue was that the passengers did not board the flight in question. The court stated that compensation claims under the regulation apply only to passengers who actually take their flight. Furthermore, it clarified that passengers aware of significant delays must still check in. Since the passengers did not board the flight and there was no evidence that they were aware of the delay, the court found no grounds for compensation.

Pflicht zur Abfertigung bei Verspätung

Leitsatz: Fluggäste haben nur Anspruch auf Entschädigung, wenn sie zur Abfertigung erscheinen, unabhängig davon, ob ihnen eine erhebliche Verspätung bekannt war.

Urteil:
AG Köln, Urteil vom 21. Juli 2023 – 149 C 119/23
In einem kürzlich ergangenen Gerichtsbeschluss wurde eine Klage hinsichtlich der Forderung von Ausgleichszahlungen gemäß der Fluggastrechteverordnung abgewiesen. Der Hauptpunkt des Falles war, dass die betroffenen Fluggäste den fraglichen Flug nicht angetreten hatten. Das Gericht führte aus, dass laut Fluggastrechteverordnung Ansprüche nur für Passagiere gelten, die tatsächlich einen Flug antreten. Darüber hinaus wurde klargestellt, dass Passagiere, die von einer erheblichen Verspätung ihres Fluges wissen, verpflichtet sind, zur Abfertigung zu erscheinen. Da in diesem speziellen Fall die Fluggäste den Flug nicht angetreten hatten und kein Beweis dafür vorlag, dass sie von der Verspätung wussten, fand das Gericht keine Grundlage für einen Anspruch auf Ausgleichszahlungen.

Obligation to Provide the Earliest Possible Alternative Transport Guiding Principle

Airlines are required to rebook passengers as quickly as possible, even if the delay exceeds three hours.
Case Text:
BGH, Judgment of 10 October 2023 – X ZR 123/22
The Federal Court of Justice recently overturned the decision of the Landshut Regional Court (5 October 2022) and referred the case back for further review. The case concerned a compensation claim filed by the plaintiff due to a flight cancellation caused by extreme weather conditions (blizzard). The affected flight, scheduled from Reykjavik to Munich, was canceled, and passengers reached their destination two days later with an alternative flight. The passengers claimed that alternative transport could have been arranged one day earlier. The appellate court emphasized that airlines must take all reasonable steps to rebook passengers as soon as possible, even if the delay exceeds three hours. The appellate court must now reassess this aspect and issue a new ruling.

Anspruch auf schnellstmögliche Ersatzbeförderung bei Flugstornierung

Leitsatz: Fluggesellschaften sind verpflichtet, Passagiere so schnell wie möglich umzubuchen, auch wenn die Verspätung dadurch mehr als drei Stunden beträgt.

Urteil:
BGH, Urteil vom 10. Oktober 2023 – X ZR 123/22
In einem kürzlich ergangenen Gerichtsbeschluss wurde die Entscheidung des Landgerichts Landshut vom 5. Oktober 2022 aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Untersuchung und einem neuen Urteil an das Berufungsgericht zurückverwiesen. Der Fall dreht sich um eine Ausgleichsforderung, die die Klägerin gegenüber der Beklagten aufgrund der Stornierung eines Fluges wegen extremer Wetterbedingungen (Blizzard) geltend macht. Der Flug, für den die Passagiere bestätigte Tickets hatten, sollte von Reykjavik nach München gehen, wurde jedoch abgesagt. Die Passagiere erreichten ihr Ziel erst zwei Tage später mit einem Ersatzflug. Die Passagiere behaupteten, dass bereits einen Tag früher eine alternative Beförderung möglich gewesen wäre. Die Entscheidung des Revisionsgerichts betont, dass die Fluggesellschaft verpflichtet ist, alle vernünftigerweise möglichen Schritte zu unternehmen, um die Fluggäste so schnell wie möglich umzubuchen, selbst wenn dadurch eine Verspätung von mehr als drei Stunden nicht verhindert werden kann. Das Berufungsgericht muss nun diesen Aspekt genauer betrachten und eine neue Entscheidung treffen.

Denied Boarding Compensation

Guiding Principle: Airlines must compensate passengers for denied boarding, even if notified in advance, regardless of whether passengers appear at the gate.
Case Text:
CJEU, Judgment of 26 October 2023 – C-238/22
The Court of Justice of the European Union recently issued a significant ruling on passengers’ rights concerning denied boarding and flight cancellations. The case addressed two key questions: First, whether airlines must pay compensation when they notify passengers of denied boarding in advance, even if the passengers do not appear at the gate. The Court ruled that airlines are obligated to pay compensation in such cases. Second, it clarified that the rule excluding compensation for cancellations, when passengers are informed at least two weeks in advance, does not apply to denied boarding. This decision reinforces passenger rights and ensures eligibility for compensation even when denied boarding is communicated early.

Verweigerung der Beförderung

Leitsatz: Fluggesellschaften sind verpflichtet, Entschädigungen zu zahlen, wenn sie Passagiere im Voraus über eine Nichtbeförderung informieren, unabhängig davon, ob die Passagiere zum Flugsteig erscheinen.

Urteil:
EuGH, Urteil vom 26. Oktober 2023 – C-238/22
Kürzlich hat der Europäische Gerichtshof ein wichtiges Urteil bezüglich der Rechte von Fluggästen bei Nichtbeförderung und Flugannullierungen gefällt. In diesem Fall ging es um zwei Schlüsselfragen: Erstens, ob Fluggesellschaften eine Entschädigung zahlen müssen, wenn sie einen Passagier im Voraus über die Verweigerung der Beförderung informieren, selbst wenn der Passagier nicht am Flugsteig erscheint. Der Gerichtshof entschied, dass die Fluggesellschaften in solchen Fällen zur Zahlung verpflichtet sind. Zweitens wurde geklärt, ob die Regelung, die eine Entschädigung bei Flugannullierungen ausschließt, wenn der Passagier mindestens zwei Wochen im Voraus informiert wird, auch auf Fälle der Nichtbeförderung anwendbar ist. Der Gerichtshof stellte fest, dass dies nicht der Fall ist. Diese Entscheidung bestärkt die Rechte der Fluggäste und stellt sicher, dass sie auch bei frühzeitiger Benachrichtigung über Nichtbeförderung Anspruch auf Entschädigung haben.